Kommers

am 28.02.215

Breidensteiner Fußballer zeigen, was ihren Verein ausmacht

"...mehr als nur ein Verein" hat der Turn- und Sportverein Breidenstein sein Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen übertitelt. Was das bedeutet, haben die Fußballer und ihre Gäste eindrücklich beim Festkommers gezeigt. Dort unterstrichen sie, welche Bedeutung den Vereinen damals wie heute zukommt.

Sie bringen es auf 25, 40 und 50 Jahre Mitgliedschaft beim TuSpo Breidenstein: (von link) Florian Müller, Günter Seibel, Wolfgang Kunze, Ronald Busch, Axel Müller, Eckard Diez, Manfred Schmidt, Hans-Jürgen Henkel, Thomas Henkel und Klaus-Dieter Seibel. (Foto: Valentin)

Natürlich handele es sich in erster Linie um Zusammenschlüsse gemeinsamer Interessen, sagte Vorsitzender Thomas Henkel. Doch neben diesem Teamgeist gebe es noch mehr, was das Vereinsleben ausmacht. So gehörten etwa Freiheit und Vereine untrennbar zusammen, was schon die Gründerväter des TuSpo bewiesen hätten, als sie den Verein mitten in den Wirren des Ersten Weltkriegs aus der Taufe hoben.

Ein Höhepunkt des Kommers: Nelly Heim liest die Aufzeichnungen zum ersten Wettspiel des 1915 gegründeten Vereins vor. (Foto: Valentin)

Ebenso bereichere der Vereinssport das soziale Leben. "Denn Geld, das für den Sport ausgegeben wird, trägt vielfach Zinsen", wandte sich Henkel vor allem auch an die politischen Ehrengäste im Saal. Vereinsarbeit biete der Jugend Perspektiven, leiste Integrationsarbeit und stärke die Gemeinschaft.

Finanzminister Thomas Schäfer ...Finanzminister Thomas Schäfer (rechts) überreicht Thomas Henkel die silberne Ehrenmedaille des Landes Hessen für 100 Jahre TuSpo Breidenstein. (Foto: Valentin)

Diesen Ausführungen des Vorsitzenden schlossen sich auch die anderen Redner an. Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) betonte, dass man bei sozialen Fragen im Verein mitunter mehr lerne als in der Schule. Kreisfußballwart Heinz Schmidt wies darauf hin, dass im Verein wichtige Werte vermittelt würden, die später auch im Berufsleben von Bedeutung seien. Deswegen appellierte Schmidt auch an die Versammelten, dem Trend der rückläufigen Mannschaftssportarten entgegen zu wirken.

Auszeichnung vom DFB: Heinz Schmidt (rechts) und Florian Müller (von links) ehren Torsten Reichpietsch, Lars Berge, Thomas Henkel, Steffen Simmer, Jens Heim, Gerhard Bentele, Manfred Schmidt, Volker Petri und Bernhard Karl. (Foto: Valentin)

Pfarrerin Gudrun Ungerer erkannte im Sport ein Mittel, das Leib und Seele zusammenhält. Ewald Achenbach würdigte als Vertreter der Breidensteiner Vereine den Mut der Gründergeneration, die sich trotz aller Widrigkeiten nicht davon abbringen haben lassen, einen Fußballverein in Breidenstein zu etablieren.

Vorsitzender Thomas Henkel (von links) ehrt für über 60 Jahre Vereinstreue zum Turn- und Sportverein Breidenstein Rolf Fräbel, Wolfgang Meißner, Walter Simmer, Günter Seibel, Gerhard Henkel, Erhard Meißner, Adolf Schwarz, Horst Jahn, Harry Müller und Wilfried Reichpietsch. (Foto: Valentin)

Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) ging noch einmal auf die im vergangenen Jahr laut gewordene Diskussion um die Standortfrage des Fußballplatzes ein und bezog klar Stellung: "Von mir gibt es jederzeit ein deutliches Bekenntnis zum jetzigen Standort. Und wenn es zu einer Veränderung kommen sollte, dann nur gemeinsam mit dem TuSpo und nicht gegen seinen Willen." Neben den Grußworten der Ehrengäste war bei dem Kommers aber auch für reichlich Spaß gesorgt. So verglich die SPD-Landtagsabgeordnete Angelika Löber den TuSpo mit dem FC Bayern, der in diesem Jahr seinen 115. Geburtstag feiert, worauf prompt Franz Beckenbauer alias Thilo Ramerth auf der Bühne erschien und das Publikum mit einer gekonnten Comedy-Einlage zum Lachen brachte.

Zudem legten die Sänger des MGV die Trikots an und stimmten neben dem Breidenstein-Lied auch einen Lobgesang auf den Fußball an.

Eine besonders schöne Idee hatten sich die Fußballer aber zur Einleitung ihres Kommers einfallen lassen. Um die Besucher auf die Historie des Vereins einzustimmen, las die kleine Nelly Heim aus der Chronik vom ersten Wettspiel des neu gegründeten Vereins vor und erntete dafür den lang anhaltenden Applaus des Publikums.