Chronik

Willkommen beim TuSpo Breidenstein !

Tuspo  1915 Breidenstein e.V. :

Populär wurde der Fußball an der Perf und oberer Lahn durch den bereits im Jahr 1909 gegründeten FV Breidenbach, dem 1913 der FV Wallau folgte. Von diesen beiden Orten schlug auch der zündende Funke über nach Breidenstein.

„ König Fußball“ eroberte auch hier die Herzen der Jugend. Fritz Miß berichtete

über die Geburtsstunde des Vereins folgendes: An einem Sonntagabend, im Sommer 1915 , machten Ludwig Hinn, Georg Kleinhenn, Heinrich Meier, Georg Müller und ich einen Spaziergang nach Niederlaasphe. Unser Gespräch drehte sich wie oft um den Fußball, dabei beschlossen wir, einen Fußballverein zu gründen. Hauptinitiator war Ludwig Hinn, der alles weitere übernahm.

Bald schlossen sich weitere Jugendliche an. Die Ältesten waren 17 Jahre alt, die jüngsten gerade aus der Schule entlassen. Auch über den Vereinsnamen wurde man sich schnell einig. Die schnell dahinjagende Schwalbe sollte Symbol für die Wendigkeit und den Eifer der Spieler sein. So wählte man den Namen „ Fußballverein Schwalbe 1915 Breidenstein“ und als Vereinsfarbe schwarz-weiß, dem später blau-weiß und dann grün-weiß folgte.

Besondere Resonanz fand der Verein bei den Schulbuben, die beim Training auf dem Turnplatz an der Perf immer zahlreich zur Stelle und glücklich waren, wenn sie mitspielen durften. Zu einem geregelten Spielbetrieb kam es während des Ersten Weltkrieges aber nicht mehr. Nach dem Krieg stellte die Stadt ein Grundstück „Offm Schäd“ als Sportplatz zur Verfügung.

Ein vor dem Krieg gegründeter Turnverein erwies sich als nicht lebensfähig und schloss sich mit dem Fußballverein zusammen. Dadurch entstand der neue Name „ Turn- und Sportverein 1915 Breidenstein“, kurz TuSpo genannt.

Bald kam es zu einer Neuregelung des Spielbetriebes. Große Sorge bereitete in der aufkommenden Inflation die Beschaffung der vorschriftsmäßigen Spielkleidung, für die jeder Spieler selbst aufkommen mußte. Doch auch dies wurde mit Geschick und großem persönlichen Einsatz gemeistert. Die weite Entfernung zum Fußballplatz bereitete dem Verein große Sorgen, denn der Platz wurde zum Training kaum genutzt und viele Zuschauer scheuten den weiten Weg. Der Verein pachtete deshalb drei Wiesen „ In den Teichen“ von der Stückelbergschen Gutsverwaltung. Diese lagen zwar am Stadtausgang nach Breidenbach, doch wie der Name schon aussagt, waren die Wiesen sehr nass. In mühevoller Gemeinschaftsarbeit, an der sich auch die Schuljugend beteiligte, wurde durch Drainagenverlegungen der Platz ohne Zuschüsse spielfähig gemacht.

Ein gut gelungenes Sportfest im Mai 1927, eine ertragreiche Verlosung und mehrere Laienspielveranstaltungen ( davon eine im Saalbau Fuchs in Laasphe ) gaben dem Verein einen guten finanziellen Rückhalt.Zu dieser Zeit waren die Spielpartner u.a. Breidenbach, Wallau, Biedenkopf, Bottenhorn, Germania Marburg und Kirchhain.

Nach dem Aufstieg 1935 in die Bezirksklasse forderte der Verband auf Drängen einiger Vereine einen größeren Fußballplatz. Eine Erweiterung des Spielfeldes war nicht möglich und so kehrte man wieder auf den „ Schäd“ zurück mit einer kurzfristigen Vergrößerung und Instandsetzung. Durch Einberufungen zum Reichsarbeitsdienst und Wehrmacht mangelte es an Spielern, und der Spielbetrieb konnte nur schwer sichergestellt werden. Im Krieg kam der Spielbetrieb einige Jahre, auch durch Untersagen sportlicher Tätigkeit, ganz zum Erliegen. Erst zum Ende 1945 konnte mit dem Fußballspiel wieder begonnen werden. Über die Beschaffung und Ergänzung der Spielerkleidung und einen besseren Fußballplatz wurde im Vorstand beraten.

In großzügiger Weise stellte Freiherr Arno von Breidenbach zu Breidenstein einen Teil der Hammerwiese dankenswert dem Verein zur Verfügung.

Wieder mußte ein Spielfeld in Eigenleistung erstellt werden, was jedoch bis heute dem TuSpo als Sportstätte zur Verfügung steht. In den Jahren 1956 bis 1962 wurde sogar das Wintertraining in der Sporthalle in Wiesenbach durchgeführt, und bis heute in der Sporthalle der Mittelpunktschule bzw. Grundschule Wallau.

In all den Jahren waren die sportlichen Geschicke des TuSpo auch von Höhen und Tiefen geprägt. Auch wirtschaftliche Tiefschläge mußten verdaut und gemeistert werden. Aber es haben sich immer wieder Männer und Frauen gefunden, die mit neuem Mut den Verein geführt und erhalten haben.

Damit gaben sie vielen Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit sich sportlich zu betätigen und dem runden Leder zu widmen. Leider hatte die gute Leichtatlehtikabteilung, die Damenfußballmannschaft und die alten Herren keinen Bestand mehr im Verein.

Die alten Herren treffen sich jedoch noch einmal im Monat zum Stammtisch.

Heute hat der TuSpo 280 jugendliche und erwachsene Mitglieder.

Im sportlichen Spielbetrieb gibt es folgende Mannschaften:

Zwei Seniorenmannschaften, Jugendmannschaften in der A, B, C, D ,E+ F-Jugend.

Die Jugend spielt teilweise in einer Spielgemeinschaft mit dem FV Wiesenbach und/oder dem FV Breidenbach.

Jeden Dienstag Abend trifft sich die Frauen – Gymnastikgruppe im örtlichen Bürgerhaus.

Somit bietet der TuSpo-Breidenstein als mitgliederstärkster Verein in der Stadt Breidenstein ein breites Angebot, für alle die sich sportlich betätigen wollen.

                                                                                                                      Der Vorstand

Erstes Wettspiel „Schwalbe“ Breidenstein gegen Eckelshausen

Ein mit einer Luftpumpe aufgepumpter Lederball war schon vorhanden.

Breidenstein mit den Leuten Georg Schmidt, Heinrich Müller, Christian Seibel, Christian Lauber, Ludwig Reitz usw. erwarteten die Gäste schon mit viel Aufregung, jedoch ohne Sportkleidung und Lederschuhe im heutigen Sinne.

Der Ball war meistens in der Perf, oder im Gras von Oma Seibel. Mit langen Bohnenstangen musste der Ball immer wieder aufs Spielfeld geangelt werden.

Die Jugend hatte Ihren Spaß und die Mehls-Oma schimpfte und drohte unter Ihrem bestickten Trachtenstülpchen in Hessentracht.

Zwischendurch ein Aufschrei: „ein Luftballon“ ! In Richtung Niederlaasphe erscheint ein großer Ball am Horizont. Der Fußball liegt wieder in der Perf und treibt in das Wehr vor der Brücke. Eine lange und aufregende Spielpause folgte. Danach Angriff von Eckelshausen! Mein Verwandter, Wettersch Christian, verteidigt energisch, und sein Pantoffel fliegt durch die Luft. – Allgemeine Freude und Spaß.-

Danach mehrere Rempeleien, alles natürlich ohne Schiedsrichter.

Klare Regeln gab es natürlich noch nicht. Die Zuschauer waren damals nicht objektiver als heute, sondern noch mehr auf Kirmesschlägereien eingestellt. Zum Schlagwort wurde für lange Zeit der damalige Schlachtruf der Breidensteiner: „Schmeißt Sie in die Perf !“ Wie das Spiel ausging, weiß ich nicht mehr. Sicher hat nachher jede Partei gewonnen !!

Danach wurde gegen 1911 aus dem Breidensteiner „STURM“ eine „SCHWALBE“ , was sich besser ausnahm gegenüber unseren stärkeren Gegnern in Wallau, Breidenbach und Biedenkopf. Damit sind wir in der eigentlichen Gründerzeit.

Als Gründungsjahr galt dann 1915, weil aus kriegsbedingten Gründen der F.C. SCHWALBE offiziell mit dem Turnverein verschmolzen und eingetragen wurde unter

„ TUSPO 1915 „.

                                                                                                                    Hermann Schwarz